Freitag, 20. Januar 2017

Wenn die Seele Trauer trägt



Meine Seele trägt gerade Trauer

und meine Gefühle und Gedanken rebellieren gegen mich. 
Ja, ich habe Depressionen und 350 Millionen Menschen weltweit auch.
Ich bin also nicht alleine mit dieser Krankheit und doch bin ich alleine, sehr alleine!

Die Depressionen kamen recht bald nach meiner Morbus-Crohn-Erkrankung im Jahre 2001. Über den Crohn habe ich hier schon oft berichtet.

Ich war schon in unzähligen stationären und ambulanten Therapien und habe viel gelernt und intensiv verinnerlicht.

Aber ab und zu kommt der schwarze große Hund wieder  raus und erdrückt mich.


Mich überrascht es kein wenig, denn jeden Tag muss ich mit Schmerzen (Danke Morbus Crohn) leben und saugt all meine Kraftreserven aus mir raus. Und wenn der Crohn nicht weh tut, habe ich mit den Nebenwirkungen der Medikamente zu kämpfen.
Da kann einen doch nur das Lachen vergehen, oder?


Da sitze ich in meinen Sessel bzw. Sofa und habe zu nichts mehr Kraft.
Alltägliche Sachen, wie Duschen, Einkaufen, Haushaltsarbeiten sind so ein enormer Kraftakt, das ich es nicht täglich schaffe. Es geht einfach nicht!

Und wenn ich es unter die Dusche geschafft habe oder den Staubsauger einmal durch die Wohnung geführt habe, bin ich zwar unheimlich stolz auf mich,
aber auch extrem erschöpft.

Wenn ich von meinen Freunden höre was sie alles unternommen und erlebt haben, bin ich extrem erschöpft.

Wenn ich ein Buch lesen will, kann ich es nicht, weil ich mich nicht konzentrieren kann. Und ich bin extrem erschöpft.

Jede Nacht habe ich Angst ins Bett zu gehen, ich kann eh nicht schlafen und wenn ich mal für eine Stunde einschlafe, habe ich Alpträume. Und ich bin dann extrem erschöpft. 

Wenn dann die gut gemeinten Ratschläge kommen wie:
"Du musst nur...!"
"Reiß dich doch mal zusammen!"
"Gehe doch mal Spazieren!"
"Versuch doch mal...!"


Orrr, erschöpft mich das extrem!


Das Gute daran ist aber

es ist nicht meine erste Depression und ich weiß, es geht wieder vorbei!

Warum ich das hier auf diesen Blog schreibe?

Ich weiß, das es da Draußen viele Menschen gibt mit Depressionen und die den gleichen oder ähnlichen Krankheitsverlauf haben und ich wünsche mir,

DAS IHR NIE AUFGEBEN SOLLT! 

Es geht weiter, glaubt mir! Aber lasst euch helfen! Geht zum Arzt, geht in eine psychosomatische Klinik, geht zu einem Therapeuten, geht in Selbsthilfegruppen, verweigert keine Antidepressiva!

Noch ein Buchtipp von mir:
Wenn ihr keine Kraft habt, euren sozialen Umfeld zu erklären, wie es euch geht, dann zeigt ihnen dieses Buch von Matthew Johnstone.


Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr diesen Blogpost auf euren Sozialen Netzwerken teilen würdet.
Denn ich möchte ALLEN, die an dieser Krankheit leiden, mitteilen, das sie nicht ALLEINE sind!

DANKE im VORAUS,

eure Kirsten.

Die Pfeile zeigen euch den Weg zu den Buttons zum Teilen





Kommentare:

  1. Liebe Kirsten,
    ich bewundere dich so sehr. Trotz deiner schweren Erkrankung (Sei verflucht, du doofer MC!!!) findest du noch die Stärke dich uns "Unwissenden" und natürlich deinen Leidensgenossen mitzuteilen! Trotz der vielen Schmerzen und Nebenwirkungen der Medikamente findest du die Kraft anderen Mut zu machen! Du bist einfach einen tolle Frau! Mutig, kraftvoll (auch, wenn es dir im Moment nicht so vorkommen mag) und ein Herz von einem Mensch! Gib nicht auf! Biete diesem Biest MC die Stirn! Wie gerne würde ich dir helfen.... kann es aber leider nicht! Trotzdem hoffe ich, dass du weißt, dass ich hinter dir stehe und ganz fest an dich glaube! Bald ist der schwarze Hund wieder weg! Ich werde Scotty auf ihn ansetzen! Der kann schon ganz prima bellen! ;-)
    Fühl dich ganz fest gedrückt!
    Allerherzlichste Grüße!
    Deine Yvonne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine liebe Yvonne,
      deine wundervollen und aufmunternden Worte tun mir so gut!
      Diese ganz besondere Freundschaft zwischen uns Beiden hilft mir immer sehr. Danke, das es dich gibt!
      Auf das Angebot mit Scotty komme ich gerne zurück;-))
      Danke dir,
      Kirsten

      Löschen
  2. Da ich mir nicht mal im Ansatz vorstellen kann, wie sich das alles anfühlt, hoffe ich, dass ein virtuelles Drücken ok ist.

    Lieben Gruß und fühl dich ganz doll gedrückt, Barbara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Barbara,
      ein virtuelles Drücken ist jetzt genau richtig!
      Das tut mir sehr gut und dafür Danke ich dir von Herzen,
      Kirsten

      Löschen
  3. Liebe Kirsten,
    wünsche dir, dass du dich bald wieder einhornbunt fühlst. Ich kenne dich nicht privat, aber ich glaube du bist eine tolle, starke, selbstbewusste Frau. Zeig dem schwarzen Hund die kalte Schulter!
    Danke, dass du so offen bist.
    Fühl dich gedrückt!
    Herzliche Grüße Xenia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Xenia!
      Einhornbunt ist mein Lebensmotto und dann noch eine Prise Glitzer drauf!
      Genauso bekämpfe ich den schwarzen Hund!
      Danke dir für die Aufmunterung,
      Kirsten

      Löschen
  4. Wir müssen uns nicht verstecken, auch wenn der Schwarze Hund uns das einreden will. Je mehr wir erzählen, desto mehr verliert dieser blöde Köter seine Macht! Jeden Tag einen Schritt (oder auch mal stehen bleiben). Wünsche dir viel Liebe und Erfolg auf deinem Weg !!

    Gruss

    Holger (www.detailbilder.de)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Holger!
      Recht hast du! Wir geben den schwarzen Hund keine Chance noch größer zu werden!
      Immer nach vorne schauen!
      Danke dir,
      Kirsten

      Löschen

Ich freue mich über deinen Kommentar...