Donnerstag, 30. Juli 2015

Klogeschichten - Morbus Crohn


Ja es ist mal wieder soweit...ich habe schon wieder einen Morbus-Crohn-Schub.
Die Zeiträume zwischen den einzelnen Schüben werden immer kürzer, genauso wie meine Kraft und Geduld immer schwächer werden.

Für alle die nicht wissen was Morbus Crohn ist, findet ihr 
hier und hier Erklärungen.

Durch diese chronische Krankheit ist eine Toilette mein Lebensmittelpunkt.


Wer schon mal an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt ist, kann vielleicht in etwa nachvollziehen, wie wir Cröhnchen uns fühlen. Nur das es bei uns nicht nach einer Woche vorbei ist, sondern LEBENSLANG anhält!

Selbst wenn ich nach einem heftigen Schub wieder das Haus verlassen kann, wird jede Wegstrecke vorher  genau analysiert wo sich eine Toilette befindet. Ich bin eine Meisterin der Planung und Logistik geworden, denn Spontanität mit Durchfall ist nicht möglich. Dabei hilft mir die App WC-Finder

Auch sehr wichtig immer genug Kleingeld parat zu haben und für mich ganz wichtig ... mein bevorzugtes weiches und trotzdem festes Klopapier. Auf öffentlichen Toiletten und nicht nur da gibt es mehr als häufig nur 1-blättriges, schmirgelartiges BilligKloPapier. 


Aber mal so eben auf öffentlichen Toiletten oder auch bei Freunden zu gehen ist für mich eine Qual.
Da die Durchfälle sehr sehr sehr schmerzhaft sind, der ganze Bauch besteht nur noch aus Krämpfen, kann ich meine Schmerzensschreie nicht unterdrücken. Und wenn ich dann meistens nach fast 40 Minuten erschöpft und zitternd wieder ins Leben zurückkehre, möchte ich vor Scham in den Boden versinken. Denn alle mitfühlenden und unsichere Blicke sind auf mich gerichtet. Da hilft nur noch die schnelle Flucht, aber da ich so entkräftet bin und nah einer Ohnmacht, kann ich nur unter großer Kraftanstrengung den Raum verlassen.
Wenn ich dann sicher in meinen 4 Wänden angekommen bin, kann ich endlich meinen Tränen freien Lauf lassen.
Ergo, gehe ich kaum noch zu Verabredungen. 



Mit anderen Worten: Morbus Crohn ist wirklich beschissen!


 und auf bessere Tage!


Kommentare:

  1. Liebe Kirsten,

    ich kann dich nur bewundern für deine Offenheit uns Nicht-Chronis gegenüber! Denn ich bin ganz ehrlich: ich weiß nicht wirklich viel über Morbus Crohn. Von dieser Krankheit hatte ich das erste Mal durch die Sängerin Anastacia gehört. Und DU bist der erste "wahre" Mensch mit dieser Krankheit, den ich kenne. Wenn ich deinen Beitrag so lese kann ich mir vorstellen, wie du leiden musst. Denn für mich ist eine Magen-Darm-Grippe so ziemlich das Schlimmste, was man an (normalen) Krankheiten haben kann. Aber deine Variante ist ja noch 1000 mal schlimmer. Umso faszinierender finde ich es was für ein toller, mutiger und super herzlicher Mensch du bist.
    Ich wünschte ich könnte dir helfen! Ich weiß, dass es als Nichtbetroffener leicht ist zu sagen: "Lass´ den Kopf nicht hängen!" oder "Nur Mut, wird schon wieder!" Ich möchte dir nur sagen, dass ich immer ein kleines Bisschen mit dir mit leide, wenn ich mit bekomme, dass du wieder einen Schub hast. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und hoffe, dass du ganz schnell wieder auf die Beine kommst! Ich denke ganz fest an dich!

    Fühl dich (ganz vorsichtig) geknuddelt!
    Herzliche Grüße!
    Yvonne

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    1. Liebste Yvonne!
      Dank Anastasia wurde Morbus Crohn tatsächlich bekannter. Auch ich wußte bis zu meiner Diagnose auch nichts über die chronische Erkrankung.
      Deine lieben und aufmunternden Worte hier und bei Twitter/Instgram zaubern mir immer ein Lächeln auf mein Gesicht. Damit hilfst du mir immer ungemein. Vielen Dank dafür und schön das es dich in meinem Leben gibt!
      Herzliche Grüße,
      Kirsten

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  2. Liebste Kirsten,

    du ahnst gar nicht wie sehr ich mitfühle,wenn ich vor allem bei Twitter merke, dass du dich rar machst und ich mir denke: es ist wieder soweit, diese üble Krankheit hat meine Kirsten wieder im Griff und ich fühle mit dir. Naja, aber Hauptsache, sie erforschen den Weltraum, irdische Krankheiten bringen Forscher ja nichts, denn dann verkaufen sie ihre Medis nicht mehr.

    Ich hoffe für dich, dass der nächste Schub noch in ganz weiter Ferne ist und du die Zwischenzeit genießen kannst - so gut es eben geht.
    Alles Liebe, deine mitfühlende Sabine

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    1. Ach, liebste Sabine!
      Mit extremen Krankheiten kennen wir uns leider aus, aber du weißt ja: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
      #vincero!
      Auf eine Wundermedizin warte ich schon ewig, denn gegen eine Spontanheilung habe ich wirklich nichts.
      Vielen lieben Dank für deine Worte, die tun so gut!
      Auf die Gesundheit,
      Deine Kirsten

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  3. Liebe Kirsten,

    uff, das hört sich furchtbar an... ;__; Ich hoffe, es wird bald wieder besser und die Schübe weniger... :(
    Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Dein Posting klingt so qualvoll, dass es mein Herz berührt.

    Alles Liebe und Gute
    Yurelia

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    1. Liebe Yurelia!
      Mit diesem Artikel wollte ich das Tabu-Thema "Toilette" brechen und den Nicht-Crohn-Kranken zeigen wie "beschissen" die Krankheit ist.
      Ich danke dir von Herzen für deine lieben Worte!
      Liebe Grüße,
      Kirsten

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