Sonntag, 23. Februar 2014

Aufregende Tour durch den Hamburger Tiefbunker Steintorwall


Letztens wohnte ich einer geführten Besichtigung durch den  Tiefbunker Steintorwall am Hamburger Hauptbahnhof bei. Die Führung ging 13 Meter tief unter die Erde und durch viele der 150 Räume auf einer Fläche von mehr als 2700 qm.




Die Besichtigungen werden von den gemeinnützigen 
Verein Hamburger Unterwelten geleitet,         
die sich mit der Erforschung und Dokumentation der Geschichte des unterirdischen Städtebau der 
Hansestadt Hamburg beschäftigt.

An dieser Stelle, einen großen Dank an die Herrschaften!

Nun stapfte die 30 Mann große Truppe die steilen Treppen runter,
wo wir erstmal einen leidenschaftlichen und beeindruckenden Vortag von den hervorragenden Herrn Michael Brandes zu Hören und Sehen bekamen.


Der riesige Bunker mit seinen 3,75 starken Betonwänden wurde im Frühjahr 1941 gebaut.Offiziell durften 2700 Menschen dort Zuflucht finden,doch die Zahl während des 2.Weltkrieges, lag oft bei ca. 6000 Menschen.

Auf engsten Raum gab es lange Holzbänke als Sitzmöglichkeiten und Etagenbetten in nicht luxuriöser Ausstattung. 18 Stunden am Tag wurde gesessen und 6 Stunden standen die Betten zur Verfügung.
Was Ihr hier jetzt seht, ist die Ausstattung nach dem Umbau 1964.




Für jeden Schutzsuchende gab es auch eine Decke mit einen
äußerst makaberen Beilagezettel



Nach dem 2.Weltkrieg kam der Bunker nicht mehr zum Einsatz.
Aber als der "Kalte Krieg" Deutschland bedrohte und somit die Bunker wieder zum Einsatz kommen könnten, wurde 1964 der Tiefbunker umgebaut.
Neben dem Zählgerät an der Tür, damit auch wirklich nur 2702 Mensche und nicht mehr im Notfall reinkommen, gab es viele Erneuerungen. Dazu gehörten 900 Liegen sowie 1800 Sitze mit Gurten, um bei Erschütterungen keine Verletzungen zu erleiden.

Aber ganz ehrlich, man sitzt dort wie Ölsardinen in einer Blechdose.

Da mit einer Verpestung der Luft durch Bombenangriffe gerechnet werde musste, ist der Bunker für einen 14 tägigen Aufenthalt 
ausgestattet worden.
Dazu gehörten ein Trinknapf, eine Suppenschüssel, ein Löffel, 2 Rollen hauchrauhes Toilettenpapier, ein Handtuch, ein halbes Stück Kernseife und eine Plastiktüte zur Aufbewahrung.



Es wurden auch moderne Drucktüren...


hier ein kleines Video...


...neue Lüftungs-,Filter, und Notstromanlagen eingebaut.






Natürlich gab es auch auf engsten Raum eine Küche, sanitäre Anlagen und ein Krankenzimmer.
Die Spiegel waren aus Plastik, weil man Suizidversuche unterbinden wollte.


Für  2702  Menschen gab es zwei solche Herdplatten pro Stockwerk!




Falls mal der Strom ausfällt, findet man sich anhand der  Leuchtfarbe zurecht.


 Ich habe bei der spannenden Führung leider kurzfristig nicht richtig zugehört und weiß nicht ob der Schutzanzug nur für den Bunkerwart war.




Nun war die 2 stündige Führung zu Ende und kraxelten die drei Stockwerke wieder an die Oberfläche.

Vor dem Eingang steht keine Litfaßsäule, sondern das runde 
Betonding gehört zu dem Entlüftungssystem und obenauf befindet sich eine Antenne für den Radioempfang usw..

Bitte achtet auf die Werbung an der Bushaltestelle!
Das habe ich erst nach Sichtung meiner Fotos entdeckt.

 MAKE LOVE NOT WAR !

Ganz in meinem Sinne!


Mein Fazit:
Diese Besichtigung war sehr sehr spannend, aber auch bedrückend und machte mich sehr nachdenklich!


Vielen Dank, Herr Brandes!

Und an meine lieben Leser...
Wie hat Euch die Unterwelt von Hamburg gefallen?

Ich freue mich über jeden Kommentar sehr!

Eure knightlyart - was sonst !

Kommentare:

  1. Wow, du bist mir zuvor gekommen. Diese Führung steht noch auf meiner To-Do-Liste und dank dir weiß ich jetzt, worauf ich zu achten habe. Natürlich werde ich dann auch an genau deiner "Schwachstelle" zuhören. Lieben Gruß Sabine

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  2. Super spannend! Da lebt man 10 Jahr ein St. Georg und ahnt nichts davon. Mit den Berliner Unterwelten habe ich schon viele Bunker sehen dürfen. Das verrückeste war Honnis AtomBunker, der nur kurze Zeit und trotz Führung nur auf eigene Gefahr (unterschreiben war Pflicht!) zu besichtigen. Jetzt ist er wieder verschlossen...

    Zeig uns mehr unbekannte Seiten unserer alten Wahlheimat.
    Grüße von Miss Marpel und Mister Stringer ;)

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  3. Super Beitrag, da bekomme ich Gänsehaut...
    Liebe Grüße von Stef

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  4. Der Schutzanzug wurde nur an dem Schutzraum- / Bunkerwart vergeben (Offizielle bezeichnung :ABC-Schutzanzug Overgarment, Persönlich).
    Dazu gehörte: eine Schutzjacke (Schlupfjacke), eine Schutzhose mit Hosenträger, ein paar Gummistiefel mit Füsslingen, ein paar Baumwoll-Handschuhe, ein paar Gummi-Handschuhe, sowie die Schutzmaske mit Filter in einer Tasche.

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    1. Vielen vielen Dank für die Erklärung!
      Lieben Gruß Kirsten

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