Sonntag, 29. September 2013

Der Lord von Barmbeck!


Ich wohne auf der Uhlenhorst, ein Hamburger Stadtteil mit Geschichte!
Uhlenhorst (niederdeutsch für „Eulennest“) ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord.
Da sich der Name des Stadtteils ursprünglich auf die geografische Bezeichnung des Ortes, hier: Horst, bezieht, wohnt man nicht in Uhlenhorst, sondern auf der Uhlenhorst.

,,,und hier gibt es viele Sehenswürdigkeiten, wie das http://www.museum-der-arbeit.de, Hochschule für bildende Künste http://www.hfbk-hamburg.dehttp://www.filmmuseum-hamburg.de/,das http://www.ernst-deutsch-theater.de/ und viele alte Gebäude aus dem 1900 Jahrhundert!

Heute möchte ich euch einen ganz spezielles Haus vorstellen, das unter Denkmalschutz steht und einen ganz berühmt - berüchtigten Bewohner hatte.

Es ist der Lord von Barmbeck!


Julius Adolf Petersen (* 7. Oktober 1882; † 21. November 1933) war Berufsverbrecher und Kneipenwirt in Hamburg-Barmbek; genannt „Lord von Barmbeck“. (Barmbek wurde damals noch mit „ck“ geschrieben.)

Petersen stammte aus ärmlichen Verhältnissen und kam 1896 mit seinen Eltern nach Barmbek. Ab 1904 betrieb er eine Kneipe an der Ecke Beim Alten Schützenhof und Bartholomäusstraße, in der Kohlearbeiter und Einbrecher verkehrten. Er wurde der Kopf einer Verbrecherbande, die bis zu 200 Mitglieder gehabt haben soll und die erst „Barmbecker Einbrechergesellschaft“, später „Petersen-Konzern“ genannt wurde. Einige seiner Mitarbeiter nannten sich „Lockenfietsche“, „Rabenmax“ oder „Schlachterkarl“. Seine Kneipe nannte Adolf gerne „Kaschemme“ und sein Werkzeug zum Aufbrechen der Geldschränke „Knabbergeschirr“.
Sich selbst nannte er in seinen Lebenserinnerungen (1927 im Gefängnis Fuhlsbüttel geschrieben) einen „bockbeinigen Mephistojünger, dem Fluch der bösen Tat erlegen“. Die Hamburger Polizei legte im Laufe der Zeit 20 Meter Akten über ihn an, 200 Delikte wurden im Laufe der Jahre gegen ihn verhandelt, 400 Personen mussten dabei aussagen, 3000 Haftbefehle wurden nach seinen umfänglichen Geständnissen ausgestellt.
Den Beinamen „Lord von Barmbeck“ erhielt er wegen seiner stets korrekten Kleidung und seiner Ganovenehre, nach der geschnappte Bandenmitglieder mit guten Verteidigern und ihre Familien mit Unterstützung versorgt wurden.
1920 wurde er durch den Überfall auf das Postamt in der Susannenstraße, bei dem er und ein Komplize 221.000 Mark erbeuteten, stadtbekannt. Nach Verbüßung mehrerer mehrjähriger Haftstrafen wegen Einbruch, Diebstahl und Raub erhängte er sich 1933 im Untersuchungsgefängnis.
Im Herbst 2011 gab es Planungen, das Haus der ehemaligen Kneipe abzureißen. Hiergegen regte sich in der lokalen Gesellschaft Widerstand. Durch zwischenzeitliche Gesetzesänderungen steht das Haus jetzt unter Denkmalschutz und soll ab dem Herbst 2013 saniert werden. Quelle:Wikipedia
Und genau dieses Haus steht bei mir um die Ecke. Und nun folgen ein paar Fotos 
Viel Spaß bei dem Geschichtsunterricht der besonderen Art!

Petersens Lebensgeschichte wurde 1973 von Ottokar Runze unter dem Titel Der Lord von Barmbeck verfilmt. Martin Lüttge spielte die Hauptrolle. Im Jahre 2005 wurde im Hamburger St. Pauli Theater das biographische Stück Der Lord von Barmbeck von Frank GöhreUlrich Tukur und Ulrich Waller aufgeführt.

Julius Adolf Petersen (* 7. Oktober 1882; † 21. November 1933

an der Ecke Beim Alten Schützenhof und Bartholomäusstraße


ein Baum wächst aus dem Haus

Eingang zur "Kaschemme"



Kommentare:

  1. Vielen Dank für den Geschichtsunterricht der besonderen Art.
    Ein sehr interessanter Artikel...von knightlyart - wem sonst.

    Passenger Faber

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  2. Danke für dieses Histörchen zur Historie!
    Liebe Grüße aus Bonn
    Daniela

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  3. Das habe ich aber jetzt echt gerne gelesen... so Geschichten mag ich einfach. Super, mehr davon bitte.
    Liebe Grüße Stef

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